Skatingski haben grundsätzlich keine Schuppen auf der Lauffläche
sie werden nur mit Gleit- oder Rennwachs behandelt
die Länge richtet sich nach der Körpergröße, Körpergewicht und Abdruckkraft beim Beinschub
die sogenannte Vorspannung der Skier richtet sich auch nach der Fahrweise (sportlich/rennorientiert)
auf jeden Fall vor einem Kauf Skatingski ausleihen und ausprobieren
Skatingskischuhe haben einen hohen, extra versteiften Schaft, der die Köchel umschließt
ohne kompetente Beratung geht bei einem Kauf im Fachgeschäft gar nichts
»Skistöcke
die Stocklänge errechnet sich nach der Formel: Körpergröße x 0,9
gemessen wird von Schlaufe bis Skispitze
für sportliche Fahrer mit viel Armkraft eher 5 cm länger
am eigenen Beispiel: 1,83 mm x 0,9 = 1,65 m
meine Stöcke sind 1,70 m lang
Alternative: Lippe-Kinn-Test
nicht mit runden Tellern an der Skispitze fahren; die Stöcke rutschen sonst oft nach hinten weg
empfehlenswert sind auch die sog. Powerschlaufen, bei denen die Handschlaufe zusätzlich mit einem Klettverschluss fixiert wird - dadurch wird nach dem Abdruck der Stock leichter nach vorn geführt
bei der Anschaffung auf das Gewicht achten; auch wenn es etaws teurer ist - Carbonstöcke sind die erste Wahl
»Wachsen der Ski
vor dem ersten Mal Gleitwachs einbügeln, am besten den Profi machen lassen
danach nach jedem Laufen
Lauffläche säubern und trocknen lassen
flüssiges Gleitwachs auftragen, wenn Ski auf Zimmertemperatur erwärmt sind
das Ganze verreiben, z.B. mit Filz, dann Ski wegstellen
wenn es zum Skaten geht, dann Lauffläche von vorn nach hinten ausbürsten mit Nylonborsten (meist weiss oder blau)
das war's
»Bekleidung
wichtig ist das Zwiebelprinzip, mehrere dünne Schichten übereinander tragen
alles sollte Funktionsbekleidung sein
als Abschluss winddichte Jacken und Hosen
leichtes Sirnband oder Fleecekappe
Sportbrille, möglichst mit Wechselgläsern für unterschiedliche Lichtverhältnisse
Radsportler können ihre Winterausrüstung benutzen
am eigenen Beispiel: alles Funktionswäsche
im Temperaturbereich von -5 bis 0 Grad Celsius
Kopf: Stirnband oder dünne Funktionsmütze; Sportbrille
Unterkörper: Boxershort, Radunterhose mit Windschutzeinsatz vorn, lange Unterhose, lange Winterradhose (innen mit leichten Fleece)
Füße: spezielle Langlaufsocken (z.B. von FALKE)
wenn man einen speziellen Langlaufanzug kauft, kann man meist eine Schicht am Körper weglassen
unter -5 Grad und bei starkem Wind, zusätzlich eine dünne Schicht
auf keinen Fall geeignet zum Skating sind Schneeanzüge/Jacken/Hosen, die dick gefüttert sind und wie man sie beim alpinen Skilauf braucht - allerdings tun sie sehr gute Dienste nach dem Laufen, falls man keine Gelegenheit zum Umkleiden hat
»Aller Anfang ist schwer: Tipps für Beginner
kurze Ski verwenden: etwa Körpergröße
zu Beginn ohne Stöcke die Grundtechnik des wechselseitigen Abstoßens mit den Beinen wie beim Inline-Skating üben
sehr empfehlenswert ist dabei Pulskontrolle: auf keinen Fall im Bereich der maximalen Herzfrquenz trainieren
Faustformel: max. Herzfrequenz = 220 minus Lebensalter
davon im Anfängertraining maximal 80% abrufen
wer keine Grundlagenausdauer hat, noch weniger
Beispiel: Alter 35
max. Herzfrquenz: 185
max. Trainingsbereich: ca. 150
Stretching nach dem Training nicht vergessen, besonders Übungen zur Dehnung der Beinmuskulatur
1-1-Technik: Doppelstockschub auf jeden Beinabstoß
1-2-Technik: Doppelstockschub auf jeden zweiten Beinabstoß
1-2-Technik mit aktivem Armschwung: Doppelstockschub auf jeden zweiten Beinabstoß und Armschwung links/rechts
Diagonalschlittschuhschritt oder Lady Step
»Historie
entstanden in den 1960er Jahren in der Szene der Skiorientierungsläufer
der Finne Pauli Siitonen wandte diese Technik erstmals 1974 an und dominierte damit lange Jahre Volksläufe
der US-Amerikaner Bill Koch gewann mit Hilfe der Skating-Technik in der Saison 1981/82 als erster Amerikaner den Gesamtweltcup der Speziallangläufer
der Durchbruch im Wettkampfsport kam 1985 nach dem FIS-Kongress in Vancouver, als klare Regelungen dazu führten, dass Wettkämpfe entweder in der klassischen oder in der "freien" Technik durchgeführt werden
im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Terminus "Skating" wieder durchgesetzt
im Biathlon wird seit Ende der 1980er Jahre nur noch in der Skating-Technik gelaufen, was aufgrund der Ästhetik sicher mit zur enormen Popularität in Deutschland führte
»Skating im Biathlon zuerst in Oberhof
Frank-Peter Roetsch war der erste Biathlet, der diese Technik in einem Biathlonwettkampf anwendete
geschehen ist dies am 19. Januar 1985 beim Weltcup in Oberhof
er verzichtete als erster auf Steigwachs und trotz sieben Schießfehler wurde er noch Vierter
das war die Initialzündung
schon einen Monat später, bei der WM in Ruhpolding, hatte sich die Skating-Technik durchgesetzt